Kinder- und familienfreundliche Stadtgestaltung in Siegen

Antrag zur Sitzung des Rates der Stadt Siegen am 25.05.2011

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen beantragt, den folgenden Beschlussvorschlag auf die Tagesordnung der Ratssitzung am 25.05.2011 zu nehmen und zur Abstimmung zu stellen:

Beschlussvorschlag

Der Rat der Stadt Siegen beauftragt die Verwaltung, kinder- und familienfreundliche Spiel- und Aufenthaltselemente - soweit die Finanzierung steht – sofort umzusetzen und weitere kinder- und familienfreundliche Stadtbau-Maßnahmen im Rahmen der Stadtplanung „Siegen zu neuen Ufern“ zu überprüfen und die dazugehörigen Pläne zu erarbeiten.

Dazu gehören die folgenden konkreten Umsetzungsschritte:

  1. Großer, im Winter abbaubarer Sandkasten in der Bahnhofstraße (vgl. Beispiel in Kiel), Standortsuche und Festlegung für Bauwagen zur Lagerung von Spielmaterialien, Ziel: Umsetzung Sommer 2011
  2. Spielelement in Verbindung mit Wasser an der Sieg (vgl. Beispiel in Bad Salzuflen - Gestaltetes Flussufer/Flussbett der Salze), spezielle Berücksichtigung der Bedarfe von Kindern in der Umsetzung der Gesamtplanung „Siegen zu neuen Ufern“. Ziel: Umsetzung zeitgleich mit der Gestaltung „Siegen zu neuen Ufern“
  3. Spielelement großes Schiff (Kletterschiff) als thematischer Zusammenhang zwischen der Fußgängerzone und der Sieg am Scheinerplatz, ggf. kombiniert mit Wasserspielelementen. Ziel: Umsetzung Frühjahr 2012

Begründung

Die Bahnhofstraße in der Siegener Unterstadt ist eine stark frequentierte Fußgängerzone. Jedoch gibt es hier und auch in unmittelbarer Nähe keine Aufenthalte bzw. Spielgelegenheiten für Kinder bzw. für Kinder mit deren Erziehenden. Gerade bei der Neugestaltung der Siegener Unterstadt „Siegen zu neuen Ufern“ ist es nötig über eine kinderfreundliche Stadtgestaltung nachzudenken und Umsetzungsmaßnahmen direkt mit einzubeziehen.

Eine kostengünstige Maßnahme stellt die Erbauung eines großen Sandkastens (vgl. Fußgängerzone der Stadt Kiel) dar, bei denen Kinder (geschützt) im Sandkasten-Innenbereich spielen und die Erwachsenen im Außenbereich auf der Sitzhöhe miteinander kommunizieren können. Gitterroste entlang des Sandkastenbodens vermeiden, dass Hunde dies zum „Klo“ umfunktionieren können. In dem in der Nähe aufgestellten Bauwagen können die zur Verfügung gestellten Spielutensilien verstaut werden.
Patenschaften, die das gewollte Miteinander zwischen Jung und Alt fördern, übernehmen die Sandkastenpflege und haben die „Schlüsselgewalt“. Ggf. können hier auch andere Lösungen angedacht werden.

Mit der gestalterischen Einbeziehung von auffälligen und interessanten Kinderspielplätzen - Wasserspielplätze - im Rahmen der Umgestaltung der Siegener Innenstadt wird mit weiteren Aktionen an der Kinder- und Familienfreundlichkeit gearbeitet.

Die Attraktivität der Stadt Siegen muss hervorgehoben und kleine - bisher fehlende - Erlebnis- und Ruheräume für Familien mit Kindern sowie für Senioren eingerichtet werden.

Beispiel-Fotos aus anderen Städten (PDF)

Behandlung im Rat
Frau Gelling erläutert eingehend die Vorstellungen der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE
GRÜNEN, wie eine kinder- und familienfreundliche Gestaltung umgesetzt werden
kann.
Frau Höpfner-Diezemann sieht Siegen als kinder- und familienfreundliche Stadt und
verweist auf die Vielzahl der Aktivitäten dazu. Vom Grundsatz her sei es gut dort, wo
sich Erwachsene aufhalten auch Angebote für Kinder zu schaffen. Den vorgeschlagenen Sandkasten in der Bahnhofstraße halte sie aber für kein geeignetes Mittel. Die Installation von geeigneten Spielgeräten sei denkbar, Details sollten aber nach Überprüfung der Eignung von der Verwaltung vorgeschlagen werden.
Die im weiteren angesprochenen Punkte 2 und 3 sollten im Zuge der weiteren Planungen zur Attraktivierung der Innenstadt bedacht und umgesetzt werden.

Herr Bertelmann berichtet, dass die Vorschläge auch auf Seiten der Händlerschaft
auf Interesse gestoßen sind. Im Sinne einer kinder- und jugendfreundlichen Stadt
sehe er in diesem Bereich Handlungsbedarf, die Vorschläge sollten als Ziele weiter
verfolgt werden. Unberücksichtigt sei bisher jedoch, das Kinder- und Jugendparlament in solche Maßnahmen einzubeziehen. Dies fordere er hier ein.

Frau Jung merkt an, der Sandkasten sei zunächst auch in ihrer Fraktion kritisch betrachtet worden, werde aber in anderen Städten ohne Probleme genutzt. Der Vorschlag sollte probeweise auch ohne das noch nicht vorhandene Kinder- und Jugendparlament umgesetzt werden. Die Händler in der Bahnhofstraße seien nicht abgeneigt.

Die Stadt Siegen zeichne sich an vielen verschiedenen Stellen als kinder- und jugendfreundlich aus, so Herr Rujanski, wie z. B. bei den Spielplätzen.
Die Vorschläge unter den Ziffern 2 und 3 des Antrages müssten auf das Gesamtkonzept abgestimmt sein. Details über die Ausgestaltung seien zu einem späteren Zeitpunkt  festzulegen.
Der Sandkasten-Vorschlag sei in der SPD-Fraktion kontrovers diskutiert worden. Er
rege an, diesen als eine Idee festzuhalten und zu sehen, welches Gerät am besten
geeignet ist und zeitnah installiert werden kann.

Herr Kötter kann sich seinem Vorredner anschließen und berichtet über ähnliche Überlegungen im Arbeitskreis. Sofern sich der Sandkasten in die Gesamtplanung einfüge und von Dritten finanziert werde, sei dies nur zu begrüßen. Weitere konkrete
Maßnahmen möchte er an dieser Stelle aber nicht beschließen.

Herr Stojan macht Bedenken geltend, sich zuerst auf Einzelmaßnahmen festzulegen
und anschließend das Gesamtkonzept zu erstellen. Er halte es für zielführender, z.
B. über einen Spielraumleitplan zu sehen, wie das Thema im Stadtraum platziert und
ggfs. mittels Sponsoren umgesetzt werden kann.

Herr Groß greift die Diskussionsbeiträge auf und formuliert die Ziffer 1 des Antrags
neu und ergänzt um die Beteiligung des Kinder- und Jugendparlaments. Da für den
Sandkasten bereits ein Sponsor bereit stehe müsste die Verwaltung andere Ideen
mit diesem absprechen.

Herr R. Heupel ist der Meinung, dass alle Punkte im Arbeitskreis "Siegen - zu neuen
Ufern" beraten werden müssen. Er finde es nicht gut, am AK vorbei Maßnahmen
vorzubereiten.

Beschluss
Der Rat der Stadt Siegen beauftragt die Verwaltung, kinder- und familienfreundliche
Spiel- und Aufenthaltselemente - soweit die Finanzierung steht - umzusetzen und
weitere kinder- und familienfreundliche Stadtbau-Maßnahmen im Rahmen der Stadtplanung "Siegen - Zu neuen Ufern" zu überprüfen und die dazugehörigen Pläne zu erarbeiten.
Dazu gehören die folgenden konkreten Umsetzungsschritte:

  1. Prüfung eines Kinder- und familienfreundliches Aufenthaltselements in der Bahnhofstraße unter Einbeziehung der im Antrag genannten Idee eines großen,im Winter abbaubaren Sandkastens und Aufstellung eines Bauwagens zur Lagerung von Spielmaterial. Bericht in der Sitzung des Rates am 20.07.2011
  2. Spielelement in Verbindung mit Wasser an der Sieg (vgl. Beispiel in Bad Salzuflen - Gestaltetes Flussufer/Flussbett der Salze), spezielle Berücksichtigung der Bedarfe von Kindern in der Umsetzung der Gesamtplanung "Siegen - Zu neuen Ufern":
    Ziel: Umsetzung zeitgleich mit der Gestaltung "Siegen - Zu neuen Ufern"
  3. Spielelement großes Schiff (Kletterschiff) als thematischer Zusammenhang zwischen der Fußgängerzone und der Sieg am Scheinerplatz, ggfs. kombiniert mit Wasserspielelementen:Ziel: Umsetzung Frühjahr 2012
  4. Bei allen Maßnahmen sollen Kinder und Jugendliche (zukünftig das Kinder- und Jugendparlament) bei der Planung beteiligt werden.

Beratungsergebnis
Einstimmig dafür, 7 Enthaltungen

Grüne Geschäftsstelle

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