16.03.2021

Sachliche Einfamilienhaus-Debatte nötig!

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN als Verbotspartei darzustellen ist genauso einfach wie falsch:

Weder haben die GRÜNEN in Hamburg-Nord ein generelles Verbot von Einfamilienhäusern gefordert, noch hat Anton Hofreiter diese Position im Bundestag unterstützt. Warum wird diese Position also immer wieder, auch in der Siegener Lokalzeitung, suggeriert? (Siehe zum Beispiel den SZ-Beitrag „Beim Wohnen scheiden sich die Geister“ in der Ausgabe vom 19.02.21.)

Dabei handelt es sich um eine einfache, populistische Verkürzung, die natürlich leichter fällt, als sich mit einem komplexen Sachverhalt und den Herausforderungen der Zukunft auseinander zu setzen. Ein wenig zitierter Teil aus Anton Hofreiters Interview mit dem Spiegel ist nämlich folgender:

“Die Klimakrise droht unsere Lebensgrundlagen zu zerstören. Eins der größten sozialen Probleme ist mangelnder Wohnraum in den Städten. In vielen Ortskernen auf dem Land herrscht Leerstand. Man sollte das ernsthaft diskutieren. Sonst haben wir als Gesellschaft keine Chancen, die Probleme in den Griff zu kriegen.” Anton Hofreiter in DER SPIEGEL 7/2021

Wir ziehen aus diesem Zitat zwei Herausforderungen, die wir in Siegen lösen wollten und wollen: Den lokalen Auswirkungen der globalen Klimakrise entgegen wirken und dabei die soziale Komponente nicht aus den Augen verlieren. Und dementsprechend möchten wir GRÜNE auch in Siegen Bebauungspläne gestalten. Ob Einfamilienhäuser gebaut werden oder nicht, kann pauschal nicht entschieden werden, sondern nur im konkreten Fall nach gründlicher Abwägung. Wir finden, dass in Siegen aktuell einige interessante Bauprojekte auf den Weg gebracht werden. Dabei wird es sicher ebenso Flächen geben, die für Einfamilienhäuser besser geeignet sind wie Flächen, bei denen man in jedem Fall Mehrfamilienhäuser schaffen sollte, da es daran in Siegen aktuell erheblich mangelt. Diesen differenzierten Debatten stellen wir GRÜNE uns gerne!



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